Bayern, das Land der Störche
Der Weißstorch, der auch als Glücksbringer gilt, ist eine vom Aussterben bedrohte Tierart. So recht glauben kann man dies nicht, wenn man in diesem Sommer nach Bayern schaut. Seit Beginn der Aufzeichnungen über die hier brütenden Weißstörche vor 76 Jahren gab es in Bundesland Bayern noch nie so viele, wie in diesem Jahr. Ganze 216 Paare wurden gezählt.
Hauptgrund für die Zunahme der Störche sind allerdings nicht in unserem Lande zu finden. Vielmehr sind der vermehrte Reisanbau in Spanien sowie der üppige Niederschlag der letzten Jahre in der Sahelzone wesentliche Faktoren für die erhöhte Population. Dadurch werden die Überlebenschancen der Weißstörche enorm erhöht. Viele Störche ziehen in den Wintermonaten nicht mehr bis Afrika, sondern überwintern im benachbarten Spanien, von wo aus sie entsprechend frühzeitig wieder heimkehren.
Ein weiterer Faktor, dass sich die Störche ausgerechnet in bayrischen Frankenland so zahlreich niedergelassen haben, mag auch dem dem bayrischen Artenhilfsprogramm geschuldet sein. Seit dem Jahre 1984 schaffen Vogelschützer nicht nur das Bewusstsein für den Storch, sondern auch ganz aktiv Nahrungsbiotope, um die Überlebenschancen des Vogels zu sichern.
Das die Bemühungen von Erfolg gekrönt sind, zeigen die aktuellen Zahlen deutlich. Im Jahre 1983 wurden in ganz Deutschland nur noch 779 Storchenpaare gezählt, in Bayern brüteten 90 davon. Heute sind es mit 216 Paaren mehr als doppelt so viele.