Mäuse haben ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Mittel, sich über Nahrung auszutauschen. Sie erkennen anhand des Atems ihrer Artgenossen, was diese zuvor gefressen haben. Die einfache Schlußfolgerung daraus ist, dass es sich um genießbare und ungefährliche Nahrung handeln muss. Schließlich leben die anderen ja noch. Dies berichten Forscher im Journal „Current Biology“.
Mäuse verfügen dazu über spezialisierte Nervenzellen, die auf die chemischen Substanzen im Atem des Gegenübers reagieren. Dadurch können sie einen Geruch mit einem Essen verknüpfen. Diese Information wird gespeichert. Nehmen die Mäuse diesen Duft später wahr, wissen sie, dass die Mahlzeit genießbar ist. Schließlich hat ihr Kumpan zuvor unbeschadet das gleiche gefressen.
Versuche einer Gruppe von Wissenschaftlern um den Forscher Steven Munger von der University of Maryland School of Medicine in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland belegen, dass Nervenzellen in der Riechschleimhaut beim Informationsaustausch der Nager über Nahrung eine zentrale Rolle spielen. Dazu fütterten sie Mäuse mit einem Futter, das sie entweder mit Zimt oder mit Kakao versetzt hatten. Diese Tiere setzten sie dann jeweils zu Artgenossen, die gerade nichts gefressen hatten. Nach einer Stunde wurden die Nager getrennt und die hungrigen Mäuse dann vor zwei Futtertöpfe gesetzt – entweder mit Zimt- oder mit Kakaogeruch. Tiere, die bei ihren Artgenossen zuvor Zimt gerochen hatten, bevorzugten nun das Zimtfutter. Diejenigen hingegen, die Kakao gerochen hatten, bevorzugten Kakao-Futter.